Abschlussklassen 9 und 10 sprechen mit Politikern über den 9. November in der Geschichte

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Der 9. November ist ein geschichtsträchtiges Datum für die Deutschen. Viermal markiert er einen Wendepunkt in der neueren deutschen Geschichte: Am 9. November 1918 kommt es in Deutschland zur Novemberrevolution, die erste demokratische Republik wird ausgerufen. 9. November 1923 versuchen Hitler und Ludendorf mit ihrem Putschversuch in München die die Weimarer Republik zu stürzen. Am 9. November 1938 brennen in Deutschland die Synagogen, die Reichspogromnacht ist auch in Altenkirchen, Hamm und Hachenburg. Und am 9.November 1989 fällt die Mauer zwischen dem geteilten Deutschland. Einige Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 ( Max Büning, Manuel Lazic, Fabian Fuhrmann, Jonathan Hille, Jacqueline Sesler, Shakira Stähler, Sophie Celek, Lea Kesselheim ) stellten in kurzen Sequenzen diese Ereignisse vor, denn die Landtagsabgeordneten Heijo Höfer (SPD) und Dr. Peter Enders (CDU) besuchten die Abschlussklassen der August-Sander-Schule in Altenkirchen, um mit ihnen über die Wendepunkte in der deutschen Geschichte und aktuelle politische Fragen zu sprechen.

Zudem gab es an diesem besonderen Schulvormittag die Gelegenheit, das Projekt „Israel we stand withyou – Ein Projekt gegen Antisemitismus“ kennen zu lernen. Tobias Brückner, Lehrer an der August-Sander-Schule und seine Freunde stellten es vor. Sie reisen nach Israel und machen dort Straßenmusik, kommen mit den Menschen ins Gespräch. Ihr Wunsch an die August-Sander-Schüler: „Macht es euch nicht zu bequem. Seid mutig! Stellt euch dem Antisemitismus entgegen.“

Gerne beantworteten die beiden Politiker Fragen aus den Reihen der Schülerschaft, geht es doch an diesem Tag auch um den politischen Dialog. Ganz aktuell war die Frage nach der Gedenktafel für die ehemalige Synagoge in Altenkirchen. „Die Gedenkplatte lag auf einem Privatgrundstück. Wegen der Bauarbeiten in der Frankfurter Straße wurde sie abmontiert und gut aufbewahrt. Wenn dort das neue Gebäude fertig ist, wird die Gedenktafel auf einem Sockel einen herausragenderen Platz als bisher behalten“, versicherte MdL Heijo Höfer als Stadtbürgermeister von Altenkirchen.

Im Aufstieg der AfD sahen Enders und Höfer ein Versäumnis der traditionellen politischen Parteien. Enders erwartete einen kritischen Umgang mit dieser Partei, man müsse sie „demokratisch bekämpfen und sich ihr stellen“. „Sie hat braunen Sand im Getriebe!“ Ebenfalls mit Sorge beobachtet Höfer eine „große Strömung, die sich stark in die rechtsradikale Szene entwickelt“.

Angesprochen auf Meinungs- und Pressefreiheit bewerteten beide Landtagsabgeordneten dies als ein hohes Gut unserer Demokratie, doch sei es auch durch soziale Medien schwieriger geworden, Wahrheiten von Nachrichten oder deren bewusste Verfälschungen zu erkennen.

Die Veranstaltung wurde von Jochen Bitzer seitens der Fachschaft Sozialkunde für die Schulgemeinschaft organisiert und moderiert. Sein Dank richtete sich an diesem 9. November nicht nur an die sehr interessierten und aufmerksamen Schüler, sondern auch an Dr. Peter Enders und Heijo Höfer, die sich den Fragen ernsthaft und aufgeschlossen stellten.

Holocaust Mahnmal Berlin

Bild: jens hasler / Pixelio.de