FOS Gestaltung besucht Bundeskunsthalle Bonn

Die Gestaltungsklasse (11)  unserer Fachoberschule besuchte zusammen mit einigen Schülerinnen und Schülern der 9. und 10. Klassen  am 14.2.19 eine die Bundeskunsthalle Bonn. Begleitet wurden sie von Frau Fröhlich und Frau Otte-Varolgil.

Die Gelegenheit, Originale im Museum zu betrachten, haben alle SchülerInnen der FOS Gestaltung gerne wahrgenommen. Schon das Betreten des gigantischen Museumsgeländes war für sie beeindruckend.

In den vergangenen Monaten hatte die Gestaltungsklasse sich  mit den Grundlagen der Gestaltung beschäftigt: mit Naturstudien, Wahrnehmungsschulung,  Form-und Farblehre, Gestaltungselementen der Grafik, Gestaltungstechniken anhand von Beispielen aus der Kunstgeschichte, der Typographie und dem Design. Im Unterricht lernten die Schüler/innen Farbkontraste kennen und als künstlerisches Beispiel hierzu Werke des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner. Von ihm ließen sie sich zu eigenen Arbeiten inspirieren…

Im Museum, vor den Originalbildern, staunten die Schülerinnen und Schüler nicht schlecht:

“Ich habe die Farbkontraste wiedererkannt… die echten Gemälde mit eigenen Augen sehen zu dürfen“;  „sollten wir öfter machen“;

“Die Bilder von Kirchner hatten starke Kontraste, z.B. den Komplementärkontrast, den wir besprochen haben. Ich habe die Originale wiedererkannt und ganz anders wahrgenommen, als auf Reproduktionen. Es war interessant aus der Nähe zu sehen, welche Pinselführung der Maler genutzt hat.“

„Ich liebe seine Farbkombinationen, seine Farben haben geleuchtet.“

„Die Originale waren größer, als ich sie mir vorgestellt hatte.“

„Im Rundgang durch die Ausstellung „Erträumte Reisen“  analysierten wir auch Kirchners Holzschnitte mit den kantigen, ausdrucksstarken Gesichtern. Später durften wir die Technik des Mehrfarbendruckes, der sich durch klare und leuchtende  Farbflächen auszeichnet, in einem Workshop selber erproben. Uns wurde bewusst, wie schwer das Holz mit Hohleisen, Geißfuß und Schneidemessern bearbeitet werden musste. Daher bekamen wir noch mehr Respekt vor dem Meister des Holzschnittes.“

„Aufregend und anders als in der Druckerei, in der ich jetzt mein Praktikum mache. Der Holzschnitt gefiel mir, vor allem die Möglichkeit, selber ein Motiv zu schneiden und zu drucken.“

“Es war ein einmaliges Erlebnis, da wir auch im Atelier des Museums arbeiten durften und dazu auch in einem großen Raum.“

„Kirchner versuchte Gefühle in den Gesichtern wiederzugeben“.

Wenn man bedenkt, dass es für die meisten die erste Erfahrung mit der Technik des Holzdrucks war, entstanden in kurzer Zeit, in der neue Formen gefunden werden sollten, geritzt und gedruckt werden durfte, tolle Blätter, zum Teil sogar mehrfarbige Druckexperimente.

Gutes Produktdesign ist innovativ. Das wissen unsere Mediengestalter. Um zu verstehen, wie unser Geschmack geprägt wird und warum wir von bestimmten Vorbildern aus der Designgeschichte lernen, beschäftigt sich die FOS im Unterricht mit dem „Bauhaus“, das 1919 in Weimar gegründet wurde. Es war die einflussreichste  Bildungsstätte des 20. Jahrhunderts im Bereich Architektur,  Kunst und Design.

Das Bauhaus führte Kunst und Handwerk zusammen: ‚Form folgt Funktion’.

Prototypen des Produktdesigns von damals findet man in ähnlicher Form heute noch, z.B. bei dem bekannten schwedischen Möbelhaus.

Zu Beginn des 20. Jahrunderts entwickelten sich auch die Fotografie und der Film. Im Unterricht hatten man sich das praktisch klargemacht : von optischen Spielen (Daumenkino) über die Camera obscura bis zu den diversen Einstellungsgrößen des Films.

Deshalb kam die Ausstellung „Kino der Moderne“ gerade recht, um zu verstehen, wie ein Film damals hergestellt wurde, die Anfänge mit der Stop-Motion Technik, bei der die Illusion von Bewegung durch einzelne Bilder erzeugt wurde. In den riesigen Hallen des Museums zogen die zimmergroßen Projektionen alle in ihren Bann:

„Die Nahansicht der Schwarz-Weiß-Gesichter war erschreckend.“

Neben einem alten Schneidetisch für den Kultfilm Metropolis, entdeckten die August-Sander-Schüler eine echte August-Sander-Fotografie und einen Ski mit montierter Kamera für Panoramaaufnahmen.

Sogar die Themen der Power-Point Referate zum Bauhaus  (Holz, Weberei, Ton, Bühne,…) fanden die Schüler wieder: u.a. einen echten Stahlrohrsessel von Marcel Breuer oder eine lebensgroße Bühnenfigur von Oskar Schlemmer.

Für unsere ‚Lackierer’ war auch etwas dabei: ein (stark gesichertes!) Objekt – ein Rennwagen von Mercedes (1924).

Beim Betrachten eines Straßen-Modells für den Film Metropolis, äußerten einige den Wunsch, auch Modelle zu bauen. Das kommt laut Lehrplan – in der 12!

Unter dem Eindruck der Welt des Films in den riesigen Hallen, ging es zum Workshop ins Filmlabor. An Laptops konnten unsere Schülerinnen und Schüler  eigene Filme mit einem Filmschnittprogramm schneiden, unterstützt von zwei Museumspädagoginnen und zwei  FSJ-lerinnen.

Zuvor hatten sie in einem Fotostudio vor einer Green Screen Spezialeffekte gedreht. Da verschwanden Köpfe unter grünen Tüchern, oder man lag auf einem mit grünem Stoff abgedeckten Podest. Die Gruppen entwickelten coole Drehbuchideen beim Tun. Die Filmpräsentationen zeigten u.a. einen fliegenden Menschen im Wolkenhimmel, die Beamung auf den Mond, eine Gruppe riesiger Jungkatzen, die surreal von Miniaturschülern gestreichelt wurden, oder eine glühende, zischende Erdkugel.

Fazit zum Film-Workshop: Sich selbst klonen, fliegen, in andere Welten transformiert werden…, das hat wirklich Spaß gemacht!

Fazit zum kompletten Museumstag: Einige hätten lieber länger in den Ausstellungen verweilt, andere länger in den Workshops praktisch gearbeitet. Und auf die Frage: „Wollen Sie wieder Exkursionen machen ?“ kamen Antworten wie:

“ Es war ein tolles Erlebnis und es hat einen hohen Stellenwert, gibt neue Ideen.“

“ Echt gut zu sehen, warum wir lernen“

 „Es war lehrreich, das Erfahrene selber anzuwenden und auszuprobieren“

 „Ich habe neue Ideen bekommen“

 “Das sollten wir öfters machen“.

Frau Fröhlich und Frau Otte-Varolgil jedenfalls sind sich einig, dass es eine rundum gelungene Exkursion war. „Gemeinsame Unternehmungen und Projekte von Mittel-und Oberstufe sollte es öfter geben!“

Katharina Otte-Varolgil