„Nie wieder Krieg!“ – Europatag an unserer Schule

Die Klasse 10.6 mit ihrer Sozialkundelehrerin Doris John nahm im April am Planspiel  der evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen mit dem Titel „Yourope – Europa gemeinsam verstehen, Europa gemeinsam gestalten“ teil. Auf der Veranstaltung hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, sich intensiv mit dem europäischen Gesetzgebungsprozess, der Europäischen Kommission und anderen europäischen Institutionen aus erster Hand auseinander zu setzen. Moderiert und vorbereitet wurde die Veranstaltung vom jugendpolitischen Dozenten der Landjugendakademie, dem Politikwissenschaftler Philip Schlicht.

Diese gelungene Veranstaltung nahm die Fachkonferenz Sozialkunde zum Anlass, 70 Jahre nach Kriegsende, einen Europatag an der Realschule plus Altenkirchen auszurichten. Hierfür wurde Bürgermeister Heijo Höfer und Philip Schlicht eingeladen. Herr Höfer arbeitet neben seiner Funktion in der Stadt- und Verbandsgemeinde noch im Ausschuss der Regionen der Europäischen Kommission. In Form von Stellungnahmen zu regionale Belange betreffenden Fragen ist dieses Gremium beratend am Gesetzgebungsprozess der Kommission zuständig. Weiterhin wurden zum Europatag alle zehnten Klassen der Realschule plus Altenkirchen eingeladen.

Patrick Ochmann stimmte die Schüler/innen und die Gäste mit Beethovens Vertonung von Schillers „Ode an die Freude“ ein. Im Anschluss daran trug Herr Schlicht kurz die Ziele des Planspiels „Yourope“ vor. Auf der mit europäischen Flaggen geschmückten Bühne wurden dann von der Klasse 10.6 Auszüge des Planspiels vorgestellt. Hier wurde schnell klar, wie schwierig sich die Konsenspolitik der Europäischen Kommission gestaltet, wenn 28 verschiedene politische Akteure mehr oder minder egoistische Interessen verfolgen.

Danach berichtete Herr Höfer über die regionalpolitische Dimension Europas. Es wurde deutlich, dass Europa durchaus etwas mit unserer Region zu tun hat und dass vor allem auf die Interessen der Regionen Rücksicht genommen wird. Anschließend stand Herr Höfer den Schüler/innen Rede und Antwort. Die Schüler/innen interessierte in erster Linie die „europäische Abschottungspolitik“ in der aktuellen Flüchtlingskrise. Darüber hinaus war der Krieg in der Ukraine und die europäische Embargopolitik gegenüber Russland ein kontrovers diskutiertes Thema.

Am Ende berichteten die Lehrerin Saquina Guivala und die Schülersprecher/in Lena Timmermann und Lars Wessler von einem Projekt der Schülerzeitung, das die beiden zu einem Schülerzeitungsseminar nach Trier und den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs in Verdun führte. Unter dem Eindruck von Bildern der verheerenden Schlachtfelder rezitierten die beiden beklemmende Gedichte, die von den Schüler/innen selbst geschrieben wurden.

Alles in allem präsentierten sich die Schüler/innen der Realschule plus in Altenkirchen als an Politik interessierte Jugendliche, die kritisch aktuelle politische Prozesse hinterfragen. Darüber hinaus zeigte die Veranstaltung, wie wichtig die europäische Integration für den Erhalt des Friedens in Europa auch in Zukunft bleibt.

Fotos: G. Berlin/P. Ochmann

Zum Artikel auf ak-kurier.de: „Jugend soll den Friedensgedanken Europas weitertragen“ vom 13.05.2015