Windeln wechseln auf dem Fußballplatz?

Baby-Bedenkzeit-Projekt regt zum Nachdenken an

Wie in den letzten Jahren nehmen auch in diesem Jahr einige Klassen 9 und 10 am Babybedenkzeit-Projekt der Diakonie teil. Initiiert von unseren Schulsozialarbeiterinnen Frau Eul-Orthen und Frau Löw ist das Projekt schon zu einem festen Bestandteil des Schullebens geworden. In diesem Jahr machen die Klassen 10a, 9/1, 9/2 und 9/3 mit.

Nicole Best und Antje Daub-König von der Schwangerenkonfliktberatung der Diakonie bringen den Schülerinnen und Schülern mithilfe der „programmierbaren Babypuppen“ in den drei Tagen nahe, was es heißt, Tag und Nacht für ein Kind da zu sein. Windeln wechseln, Fläschchen geben, nachts aufstehen – diese Erfahrungen machen jene Schüler, die sich auf das Abenteuer „Baby-Simulator“ einlassen. Drei bis fünf Schüler nehmen an zwei Tagen jeweils ein Kind mit nach Hause.

Plötzlich stehen dann neue Fragen im Raum: „ Was mache ich denn während des Fußballtrainings…?“ „Und wenn das Kind im Bus schreit?“ „ Was denken die anderen im Dorf, wenn ich plötzlich mit Baby unterwegs bin?“

Durch einen Chip werden alle Aktionen, die das Kind per Zufallsprinzip fordert und die entsprechenden Pflegemaßnahmen gespeichert. Ob die Kopfstütze für das Neugeborene fehlte oder nicht erkannt wurde, dass das Kind Hunger hatte – der Computer gibt am nächsten Morgen Auskunft darüber, wie erfolgreich das Baby betreut wurde.

Wichtiger als diese Daten sind aber die Erfahrungsberichte der jungen Mütter und Väter „auf Probe“. Durchwachte Nächte und eingeschränkte Freiheiten in der Freizeitgestaltung werden meist schon nach einem Tag als Belastung empfunden. Die Berichte der Mitschülerinnen und Mitschüler dienen den Klassenkameraden als Appell, sich vor einer Schwangerschaft im Teenie-Alter zu schützen.

Diese Erfahrungen leiten dann über zu weiteren Schwerpunkten des Projektes:

Wie geht es mit mir mit dem Erwachsenwerden?

Weiß ich überhaupt so gut Bescheid über das, was in meinem Körper vorgeht?

Welche Verhütungsmethoden gibt es überhaupt?

Diese und noch viele Fragen mehr werden in ungezwungener Atmosphäre einfühlsam geklärt un lassen das Projekt zu einem Gewinn für alle Schüler werden.

Ein herzliches Dankeschön geht an Frau Best und Frau Daub-König sowie an Frau Eul-Orthen und Frau Löw!