Realschule plus und Fachoberschule Altenkirchen
Glockenspitze 6 | 57610 Altenkirchen

Klasse 10.3 besuchte EL-DE-Haus in Köln – Auseinandersetzung mit NS-Diktatur

Das EL-DE-Haus am Appellhofplatz 23–25 in Köln war Ziel einer Exkursion der Klasse 10.3. Begleitet von Klassenlehrerin Christina Pusch und Geschichtslehrerin Anke Becker nutzten die 18 Schüler die Gelegenheit, sich im Rahmen der Gedenkstättenarbeit mit der NS-Diktatur auseinanderzusetzen.Das EL-DE Haus war von 1935 bis 1945 Sitz der Kölner Gestapo. Sein Name wurde zum Inbegriff der NS-Schreckensherrschaft in Köln, aber auch für den Umgang und die spätere Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte der Stadt nach 1945. Unmittelbar nach der Übernahme des EL-DE-Hauses durch die Gestapo wurde im Keller des Gebäudes das Hausgefängnis der Gestapo gebaut. Es sollte vom Prinzip her der Unterbringung von Häftlingen dienen, solange die Gestapo die Verhafteten verhörte. Doch Inschriften belegen, dass Häftlinge mehrere Wochen und sogar Monate dort verbringen mussten. Das Hausgefängnis der Kölner Gestapo stellt in Deutschland eine der am besten erhalten gebliebenen Haftstätten aus der NS-Zeit dar. Die Inschriften der Gefangenen sind ein einzigartiges Dokument und machen die besondere Bedeutung der Gedenkstätte aus. Nach den aufwendigen Restaurierungen sind rund 1800 selbstständige Inschriften oder Zeichnungen gezählt worden. Die Inschriften oder Zeichnungen wurden mit Bleistift, Kreide- und Kohlestücken geschrieben oder mit Eisennägeln, Schrauben oder Fingernägeln eingeritzt; es wurde auch Lippenstift verwendet. Mehr als 600 Inschriften – über ein Drittel – sind in kyrillischer Schrift von Russen und Ukrainern verfasst, weitere 230 in anderen ausländischen Sprachen, vor allem in Französisch, Polnisch und Niederländisch. Die Inschriften spiegeln damit die Endphase des Zweiten Weltkrieges wider, als sich eine große Anzahl von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern sowie Kriegsgefangenen in Köln befand, Juden bereits deportiert waren und der politische Widerstand der ersten Jahre nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten längst gebrochen war. (Infos: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln)